BEWEGUNG

Veränderung von Lage, Stellung, Haltung.


Gehen mit hund

Früher (also bis weit ins 19. Jahrhundert hinein) war es für die meisten Menschen durchaus normal zwischen 8 und 25 Kilometer am Tag zu gehen. Heute da sitzen wir viel und gehen ist für manche gleichbedeutend mit wandern also Sport- und Freizeitvergnügen.  Dass es da oftmals gleich wieder um Leistung geht, beweisen Wettbewerbe wie die Burgenland Extrem Tour bei der bis zu 120 Winterkilometer um den Neusiedler See in 24h zurückgelegt werden. 

Ich hingegen gehe meist nur mit Hund eine Runde. Oder besser gesagt, er leitet mich - weg von der Arbeit hinaus in die Natur und geht mit mir eine Runde über Wiesen, Wälder und Felder. Er hängt an einer Laufleine um meine Taille. Ich habe meine Hände frei und weil wir so auf gleiche Art und Weise verbunden sind, gehen wir auch gemeinsam anstatt, dass irgendjemand pausenlos angibt welchen Weg wir einschlagen. Ganz ehrlich im Prinzip bestimmt er die meiste Zeit den Weg aber wir beide gemeinsam das Tempo. Wenn er davon zieht und ich nicht Schritt halten kann, dann läuft er ZickZack Linien, sodass ich mithalten kann. Wenn er stehen bleibt um eine Fährte zu erschnüffeln, dann stehe ich mit lockerer Leine. Kein Zug des Weitergehens bis er soweit ist. So haben wir uns prima aneinander angepasst, ja wir bewegen uns ganz einig und abgestimmt durch die flache Landschaft. Wenn wir zu Hause ankommen, dann legt er sich im Hof nieder und schaut ganz wach in die Luft. Man merkt ihm richtig an, wie er seine Zeit zum Ankommen nimmt, wie er seine Nase in die Luft steckt ohne etwas zu erwarten, wie er sein zu Hause wieder einnimmt mit all seinem Zen-Sein. 

Give it a try: Mit einem Hund zu gehen kann auf viele Arten geschehen, die einen Zerren den Hund ihren eigenen Wegwillen nach, die anderen kommen ihrem Hund gar nicht hinterher. Wieder andere lassen ihn frei laufen, weil er prima abgerichtet ist. Egal ob du mit deinem eigenen Hund gehen kannst oder dich mal jemand anschliesst der einen Hund hat. Gehen mit Hund kann ein wunderbare Achtsamkeitsübung sein. 

Wer geht voraus? Kannst du die Führung dem Hund überlassen? Wann wechselt die Führung? Hat das mit Ungeduld zu tun? Oder vielleicht mit Kontrolle? Ist es möglich gemeinsam zu gehen?  Was machst du während der Hund steht und Häufchen macht oder schnüffelt? Kannst du diese Pause geniessen? Was beobachtest du in deiner Umgebung? Wohin gehen deine Gedanken beim Stehen, beim langsamen und schnellen Gehen, beim Anpassen von Leinenlänge, Geschwindigkeit, beim Ankommen daheim?