TEE

Tee. Substantiv. Der flüssige Aggregatzustand des Glücklichseins.


matcha am morgen

Meine Abhängigkeit von Cafe habe ich immer dann zu spüren bekommen, wenn ich auf Retreat war und auf meinen Cafe am Morgen und Nachmittag verzichtete oder gar verzichten musste.  Im Coronazeitalter habe ich dann aber Matcha für mich entdeckt, weil ich meinen Morgen noch ein heilsames Ritual schenken wollte. Der Chasen Besen aus Bambus war schon seit einem Produktshooting Teil meiner (nicht benutzten) Küchenutensilien. Meine Matcha Schale hatte ich bereits vor ein paar Jahren in Japan selbst geformt.  Es war also schon ein Grundstein gelegt ,ohne dass ich es beabsichtigt hätte.  Jetzt mittlerweile ist mein Cafekonsum auf eine oder zwei Tassen pro Woche geschrumpft. Das Matcharitual tut mir in vielerlei Hinsicht gut, weil ich spielerisch mein Wirken auf den Geschmack, das Aussehen und meine Reaktionen darauf entdecke und noch immer das Verhältnis süsser/bitterer Matcha, Wasser/Milch vermesse.  Jeden Morgen neu.  

Give it a try: Wasser/Milch anwärmen. Den Chasen anwärmen indem du etwas heisses Wasser in die Matchaschale gibst und den Besen reinstellst. So wird das Bambusholz weicher und der Matcha lässt sich geschmeidiger schlagen. Anschließend Matchapulver in die Schale geben und mit ein wenig Flüssigkeit das Pulver glatt rühren/schlagen. Einfach mal rechts und links in der Schale den Chasen rauf und runter streichen. Wenn der Matcha gut verrührt ist, sollten keine Klumpen mehr zu sehen sein und die Oberfläche ist  ganz glatt. Dann die restliche Flüssigkeit aufgiessen und mit dem Chasen schaumig aufschlagen. Dazu mit dem Besen mehr an der Oberfläche bleiben und aus dem Handgelenk eine Auf- und Abbewegung (wie ein W)  formen. Dabei zuhören wie der Schaum an der Matchateeoberfläche entsteht. 

War das Wasser/die Milch zu heiss, zu kalt oder gerade richtig? 

Hat sich der Chasen gut und geschmeidig schlagen lassen oder war er zuwenig angewärmt?

Wie war das Verhältnis der Matchamenge zur Flüssigkeit beim Glattrühren?  

Was hat die Temperatur und das Mischverhälntis der Flüssigkeiten mit der Festigkeit und des Entstehens von Schaum zu tun? 

Womit kannst du bei der Zubereitung noch experimentieren? Bei welchem Schritt hat es dir an Achtsamkeit gefehlt?  Was hast du ganz bewusst wahrgenommen?  Konntest du die Entstehung von Schaum hören? Das Fliegen des Besens über die Oberfläche der Flüssigkeit oder in Berührung mit der Schale? Hat die Schale gewackelt (so wie meine selbstgeformte) oder ist sie gut ausbalanciert? 

Was konntest du noch alles wahrnehmen?


WU WOI CHA HUI - Teezusammenkunft ohne Ich

Obwohl ich Café trinke wie andere Tee, zieht es mich doch immer wieder ins Teehaus. Aber nicht unbedingt um Tee zu kaufen, sondern viel mehr um mich in Achtsamkeit zu üben. 

Meine erste Teezeremonie erlebt ich nicht in Beijing, da war der Jetlag stärker, als jeder Tee hätte schmecken können, sondern in meiner Heimatstadt Wien. Seitdem weiss ich um diese meditative Praxis, die zwar einem Ritual folgt aber doch immer anders ist, einfach weil jeder Moment neu ist. 

 

Hier geht es zu einem Text, den ich in Folge einer ganz einzigartigen Teezusammenkunft schrieb: Wu Woi Cha Hui - Teezusammenkunft ohne ich. 

Give it a try: Du musst nicht gleich an einer Teezeremonie teilnehmen oder lernen wie die Regeln sind. Bereite dir und vielleicht jemand anderen einfach eine wohltuende Tasse Tee zu. Achte auf das ausgewählte Teegeschirr, die Wassertemperatur für den ausgewählten Tee, die Ziehzeit und giesse den Tee achtsam in die Tassen. Betrachte Teefarbe, Teeduft und Teegeschmack. 

Woran erinnert dich die Farbe? Welche Assoziationen oder Beschreibungen gibt es für den Duft? Wie entfaltet sich der Geschmack des Tees? Gibt es unterschiedliche Nuancen? Schmeckt der Abgang anders oder der Tee beim zweiten Aufguss? Was kannst du noch entdecken während du den Tee so achtsam zubereitest?